Bielefeld, 10. November 2009. Das Internet bietet ein immenses Wissenspotenzial – so der Konsens des MEDIA.TALK 09 der staatlich anerkannten, privaten Fachhochschule des Mittelstands (FHM). Am Montagabend fanden sich über 700 Gäste aus Wirtschaft und Medien im Bielefelder Ringlokschuppen ein, um die Podiumsdiskussion zum Thema „Google Dir Deine Bildung – Was ist Web-Wissen wert?“ zu verfolgen. Ein hochkarätiges Podium diskutierte die aktuellen Trends und Entwicklungen aus den Bereichen Wissen – Bildung – Medien. Zu Gast waren Hartmut Ostrowski, Vorsitzender des Vorstands der Bertelsmann AG, Stefan Keuchel, Pressesprecher von Google Deutschland, Katharina Borchert, Chefredakteurin des WAZ-Medienportals und Thomas Hallet, Leiter der Programmgruppe Wissenschaft des WDR. Moderiert wurde die Veranstaltung von Matthias Wolk, WDR.



Hartmut Ostrowski wurde am 25. Februar 1958 in Bielefeld geboren. Nach seinem Betriebswirtschafts-Studium in seiner Heimatstadt begann er direkt als Assistent der Geschäftsleitung bei der Bertelsmann Distribution GmbH. Danach wechselte er zur US-Bank Security Pacific, bevor Ostrowski zu Bertelsmann zurückkehrte. Heute ist er Vorstandsvorsitzender der AG.
Sie schrieb als freie Journalistin Kolumnen für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung und die Welt am Sonntag. Zuvor studierte sie Jura in Hamburg und in der Schweiz. Im April 2010 übernahm Sie die Geschäftsführung von SPIEGEL ONLINE.
In der schönsten Stadt der Welt, in Hamburg, hat der 38-Jährige sein Büro. Von dort aus ist er in ganz Deutschland die Stimme des Imperiums Google, der bekanntesten Marke der Welt. Nach einem Public Relations- und Marketing-Studium arbeitete Stefan Keuchel als PR-Consultant und kam danach als ehemaliger Pressesprecher von AOL zu Google Deutschland.


Ein Journalist, der Agrarwissenschaften studiert hat, ist gar nicht so untypisch wie man denkt. Neben RTL-Nachrichtenmann Peter Klöppel hat auch Thomas Hallet zunächst den naturwissenschaftlichen Pfad gewählt. Der Kölner wurde im Jahr 1959 geboren.
Matthias Wolk ist Medienunternehmer und Produzent. Seine Film- und Medienproduktionsfirma mit Sitz in Hamburg hat sich auf das bewegte Bild im Internet spezialisiert und betreibt unter anderem verschiedene Bewegtbild-Portale. Der 39-jährige lebt mit seiner Familie in Hamburg. Er ist verheiratet und hat zwei Töchter.
Die durchschnittliche Verweildauer der Deutschen im Internet ist binnen zehn Jahren von 4 Minuten im Jahre 1998 auf 58 Minuten in 2008 gewachsen. Weltweit ist die Zahl der Internetnutzer im gleichen Zeitraum von 0,2 Milliarden auf 1,4 Milliarden hochgeschnellt. Das Wissen der Welt vermehrt sich rasant durch den größeren Austausch und die schnellere Übermittlung von Daten und Studien. Was früher mühsam in Büchern und Schriften festgehalten wurde, kann heute per Email Anhang weltweit versendet werden.
Die Aneignung von Wissen ist für Studierende die zentrale Disziplin. Somit war das Thema des diesjährigen MEDIA.TALK für die veranstaltenden Studierenden weitaus mehr als ein Thema für nur einen Abend. Der Generation Internet liegt der Mausklick zu Wikipedia deutlich näher als der Blick ins wissenschaftliche Buch. Welche Abhängigkeit hat Wissen von Medien? Wie stark verlassen wir uns auf Informationen aus dem Internet? Welchen Wissensbeitrag leisten die klassischen Medien im Verhältnis zum Internet? Das waren die zentralen Fragen des MEDIA.TALK 09 der FHM.
Stefan Keuchel, Pressesprecher des Internetimperiums Google sowie bekennender Blogger und Twitterer lebt das Web 2.0. Zum Wissenszugewinn durch das World Wide Web hat Keuchel eine klare Meinung: „Die Medienkompetenz des Nutzers entscheidet über die Qualität der Treffer“. Für Katharina Borchert, die im kommenden Jahr den Posten der Geschäftsführerin von Spiegel Online übernehmen wird, steckt der Schlüssel zum Internet-Wissen ebenfalls „in der Kompetenz, die erforderlich ist, sich das aktuell notwendige Wissen zu verschaffen“. Borchert verwies ferner auf die Möglichkeiten des Nutzers, sich im Internet mit nur wenigen Mausklicks umfassend zu informieren. Während ein Zeitungsleser sich in der Regel singulär informiere, könne der Webnutzer aus einer breiten Fülle an Quellen wählen und somit eine umfassendere Meinungsbildung sicherstellen. „Web-Wissen ist das wert, was man daraus macht“, so lautete das Statement von Bertelsmann-Chef Hartmut Ostrowski. Aus Unternehmersicht sei es wichtig, aus dem Internet Werte zu schöpfen. Die Herausforderung bestehe darin, aus den Möglichkeiten des Internets und dem gesellschaftlichen Trend zur Bildung Aufgaben und Geschäftsfelder zu generieren. Für Thomas Hallet als Vertreter des klassischen Mediums Fernsehen ist das „Netz eine große Herausforderung für die tradierten Inhalte und Formen des Lernens“. Auf dem Podium war Hallet dennoch der Traditionalist.
Mit dem inzwischen siebten MEDIA.TALK der Fachhochschule des Mittelstands (FHM) hat das studentische Organisationsteam eine Tradition erfolgreich fortgeführt. Die Podiumsdiskussion hat sich mittlerweile fest im Eventkalender der ostwestfälischen Medienlandschaft etabliert und greift aktuelle Trends, Erscheinungen und Ereignisse auf. Sie gewährleistet einen Meinungsaustausch zwischen hochkarätigen Persönlichkeiten aus Medien, Politik und Gesellschaft. „Der MEDIA.TALK wurde eigenständig von den Studierenden des Fachbereichs Medien geplant, organisiert und durchgeführt. Als Fachhochschule des Mittelstands sind wir sehr stolz auf das Engagement des etwa 30-köpfigen Projektteams. Sie haben eine großartige Veranstaltung auf die Beine gestellt“, bedankte sich Prof. Dr. Anne Dreier, Dekanin des Fachbereichs Medien an der FHM. Mona Stephan aus dem studentischen Organisationsteam betonte zum Abschluss der Veranstaltung: „Unser ausdrücklicher Dank gilt neben den Akteuren auf dem Podium insbesondere allen Sponsoren und Helfern, die den diesjährigen MEDIA.TALK mit gestaltet und ermöglicht haben.“
Bei der anschließenden MEDIA.NIGHT nutzten die Gäste die Möglichkeit zum regen Austausch in angenehmer Lounge-Atmosphäre.